SfA - Saarland für Alle e.V.
SfA - Saarland für Alle e.V.

Agrarpolitik

 

                    MUSS GLYPHOSAT VERBOTEN WERDEN ?

                    WAS ist GLYPHOSAT?

Glyphosat ist meistverkaufte Unkrautvernichtungsmittel der Welt und ein sog. "Totalherbizid" d.h

Es tötet jede Pflanze, die nicht gentechnisch so verändert wurde, dass sie den Herbizideneinsatz überlebt. Bekannt ist es vor allem unter dem Markennamen " Roundup "ein Produkt von Monsanto,

Laut Krebsforschungsagentur der WHO wahrscheinlich krebserregend bei den Menschen- und es trägt maßgeblich zum Artensterben in der Agrarlandschaft bei.

In den Fachgeschäften wird als " Unkrautfrei Express, Totalherbizid-Konzentrat mit schneller Wirkung, auch gegen schwer bekämpfbare Unkräuter in Rasen " angeboten. 

                   

  • Glyphosat ist das in Deutschland und der Welt am häufigsten eingesetzte Pflanzengift; es wird auf 40 Prozent der deutschen Ackerfläche eingesetzt.

  • Es ist laut Krebsforschungsagentur der WHO wahrscheinlich krebserregend beim Menschen und es zerstört die biologische Vielfalt.

  • 70 Prozent der Deutschen sind für ein Verbot von Glyphosat, bei über 70 Prozent lässt es sich im Urin nachweisen.

  • Die EU-Pestizidgesetzgebung und das Zulassungsverfahren von Glyphosat sind auf die Bedürfnisse der Hersteller zugeschnitten. Übrigens: Die Chemieindustrie ist der drittgrößte Industriezweig Deutschlands.

  • Deutsche Behörden lassen die notwendige kritische Distanz zu den Pestizidherstellern vermissen.

  • Glyphosat muss verboten werden!

Das Pestizid GLYPHOSAT darf in der Landwirtschaft nicht benutzt werden, aber leider wird in den unkontrolierten Flächen öfters benutzt. Mehr als 60 % der Weine und Traubensäfte enthielten Glyphosat( nach Angaben von einer Umweltorganisation). Den Produkten aus ökologischen Anbau

waren nichts nachzuweisen.

Das bedeutet, wir müssen damit rechnen, dass wir mit dem verzehr von Lebensmitteln gelichzeitg auch Pestizide einnehmen. Eine starke Kontrolle muss von der Politik eingeführt werden.

Nach den Angaben eines Umweltinstituts nehmen die Menschen täglich mehrere Portionen davon

ein, wie z. B mit Bier und Getreideprodukten.

Viele Bauer spritzen Glyphosat vor der Aussaat, um die Unkraut zu vernichten. Somit werden ca. jährlich 5 bis 6 Tausend Tonnen Glyphosat in der BRD verkauft.

Manche brauchen das nicht zu kaufen, weil Sie durch Regen und Wind das gratis bekommen. Durch dieses Pestizid entstehen viele Kolleteralschäden, die wir nicht direkt bemerken.

Es wäre sehr wünschenswert, dass manche aus der Politik für ein Verbot wären. Innerhalb der Poltik in der BRD sind Diskrepanzen auch zwischen den Ministern vorhanden. In den Bundesländern NRW, Niedersachsen, Rheinlandpfalz und Hamburg ist es Verboten, dieses Pestizide auf den öffentlichen Flächen zu benutzen. Das reicht aber nicht aus. Manche Gartencenter haben es aus ihrem Programm rausgenommen.

Wissenschaftler haben es bewiesen, dass dieses Pestizid krebserregend ist. Trotzdem hält das Bundesinstitut für Risikoforschung an der Unbedenklichkeit fest.

Die Zulassung muss schon längst erneuert werden, aber es ist überfällig.

Sollte man zuerst nicht in der EU eine einheitliche Regelung verabschieden ?

Davor muss aber in der BRD ein Verbot von der Politik ausgesprochen werden. ODER?

 

Was versteht man unter der ökologischen Landwirtschaft ?

Seit längerer Zeit reden wir über dieses Thema. Der Mensch braucht gesunde Nahrung, um gesund leben zu können. Die gesunde Produkte werden in der ökologischen Landwirtschaft erzeugt. Also in der Landwirtschaft, in der Nahrungsmittel und andere landwirtschaftlichen Erzeugnisse , die durch möglichst naturschonender Produktionsmethoden unter der Berücksichtigung der Erkenntnissen der Ökologie und Umweltschutzes hergestellt werden. D.h keine synthetischen Pflanzenschutzmittel, keine Mineraldünger und keine Gentechnik, im Gegensatz zu der konventionellen Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Den Erzeugnissen dürfen vor dem Verkauf als Bioprodukte keine Geschmacksverstärker, keine künstliche Aroma aber oder keine Farb-und Konservierungsstoffe zugefügt werden.Wenn wir nun einen Vergleich zwischen Bio und Konventionellen Produkten machen würden, bekommen wir doch ein merkwürdiges Ergebnis: Die Bio Lebensmittel wiesen weniger Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Cadmium und

höhere Gehalte von wenigen gesundheitsfördernden sekundären Pflanzeninhaltsstoffe, wie z.B Antioxidantien.Unterschiede im Genusswert, laut nach den Untersuchungen, kam es nicht.

Nach den gesetzlichen Vorschriften werden innerhalb von EU Bio-Produkte definiert und bestimmt.

Wenn wir global denken und die Frage stellen würden, wieviel Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in der Welt als ökologisch bewirtschaftet wird, bekommen wir eine lächerlich wenige Prozentzahl , nämlich nur 1 %. In der BRD sehen wir eine positive Entwicklung, aber sie ist nicht schnell genug. Die Bio-Landflächen waren im Jahre 1996 1,3 % und im Jahre 2013 waren es 6,4 %.

Aufgrund des Verzichts auf synthetische Sticksoffdünger nehmen die Hülsenfrüchte einen besonderen Platz, so wie die Futterpflanzen im Bio-Landbau. Dazu paralell erleben wir eine Entwicklung bei den Bio- Bauern, sie bauen weniger Getreide, als Ihre konventionellen Kollegen.

So ist in den Bioflächen 54 % Grünlandanteil im Gegensatz zu den Konventionellen nämlich 28 %.

Dadurch hat man ja mehr Grünflächen für Viehzucht. Dadurch ist auch der Anteil der Rinder, Schafe, Ziegen als Bio-Fleischangebote höher als Bio-Schweinefleisch.

Wenn wir die Länder weltweit vergleichen würden, aufgrund der Benutzung als Bio-Flächen, kommt es zu einem interessantes Ergebniss: Russland: 0,1 %, Indien: 0,3 % , Malta: 0,4 % ,

Türkei: 1,9 % ,   BRD: 6,4 % ,  Österreich: 19,5 % und Lichtenstein: 31,0 %.

Um diesen Vorgang in der BRD zu beschleunigen, muss die Politik schnell handeln. Nicht nur die Konventionellen-Großbetriebe, sondern die kleine und Bio-Bauern müssten Subventionen bekommen, damit die Bürgerinnen/Bürger gesunde Lebensmittelprodukte kaufen können.

 

               TROTZ CHEMIE BLEIBT HUNGER WELTWEIT !

Die große Konzerne und Industrielle haben uns ständig belogen, sie wollen die Welt ernähren. Dabei ist nicht die Menge an Nahrungsmitteln entscheidet,sondern der Zugang der Menschen zu ihnen.

Haben sie den Hunger und Armut erfolgreich bekämpft ? NEIN.

Von denen geprägte Ernährungssysteme haben versagt, für alle Menschen eine sichere Versorgung zu gewährleisten. Es wird denen auch in Zukunft nicht gelingen, wenn sie die Natur und die Menschen wegen industrielle Landwirtschaft schwer weiterhin beschädigen. Viele Lebensmittel produzierende Konzerne behaupten, sie würden durch Produktion mehr Lebensmittel gegen Hunger zur Verfügung stellen. Das ist nicht wahr und ist irreführend. Empirisch gesehen haben die große industrielle Landwirtschaft in Wirklichkeit zu großen Steigerungen in der Produktion wichtiger Kulturpflanzen geführt.Zwischen 1960 und 2000 haben sich die regionale Produktion der Nahrungs-

mittel p.P in SE- Asien, und dem pazifischen Raum in S-Asien, Lateinamerika und der Karibik verdoppelt. Zu diesen Erträgen sind sie gekommen, weil sie die Anbau in Hochertragsorten, in hochgradig spezialisierten, bewässerten Monokulturen unter Einsatz großer Mengen chemischen Düngemittel und Pestiziden getrieben haben.Diese Entwicklungen haben viele Bäuerinnen und Bauern aus der Armut herausgeholt und ihre Ernährung verbessert, so dass mehr Kalorien p. Tag zur Verfügung stehen als je zuvor. Aber dieser Pseudoerfolg verdeckt schwerwiegende Probleme. 

Punkt 1. Der Hunger wurde nicht beseitigt, im Gegenteil verhungern 800 Millionen Menschen in der Welt. Das Problem hängt mit der ungleichen Verteilung von Lebensmittel zusammen, die wiederum mit Armut und sozialer Ausgrenzung verbunden ist.Also es steht fest, dass die industrielle

Nahrugsmittelsysteme solche Disparitäten verursachen und verschärfen, so dass meist kleinbäuerliche Produzentinnen/en sowie in der Landwirtschaft Beschäftigten  mehr als die Hälfte zu den Hungernden gehören.Die Schlüsselfrage ist nicht, wie die Produktion zu ersteigern ist, sondern wie die Lebensverhältnisse der Ärmsten, auch durch die Landwirtschaft verbessert werden können, so dass sie Zugang zu Einkommen und angemessener Ernährung haben.

Punkt 2. Wegen der Fixierung auf Mengen ist wenig unternommen worden, um die Effienz zu verbessern. Das Ergebnis ist eine enorme Verschwendung von Kalorien. Die globale essbare Ernte an Kulturpflanzen entspricht heutigezeit etwa 4.600 Kilokalorien ( kcal) p.P und p.Tag. Aber nur etwa 2.000 Kalorien p.P stehen tatsächlich für den Konsum zur Verfügung. D.h nach der Ernte wird ein Nettoverlust von 600 kcal, darin sind auch verdorbene Vorräte und Lagerbestände erfasst. Durch Vertrieb  und im Haushalt kommen weitere 800 kcal Verluste hinzu und durch die Umnutzung von Kulturpflanzen zu Tierfutter sogar 1.200 kcal. Diese angegebene Zahlen wurden von

" Stockholm international Water Institut " im Jahre 2008 veröffentlicht. Wenn wir die Daten aktualisieren würden, würden wir verherende Zahlen bekommen. Nach Angaben von UN-Welt-

ernährungsorganisation FAO wird behauptet, dass man 60 % mehr Nahrungsmittel im Jahre 2050 benötigt werde, um die Nachfrage zu befriedigen. Sollte es nicht besser überlegt werden, wie das Angebot gerechter verteilt werden könnte. Es steht fest, dass die industrielle Landwirtschaft die Ökosysteme übernutzen und dadurch wird die Fähigkeit der Nahrungsmittelsysteme, die Welt zu ernähren, behindert. Weltweit gelten z. Z 20 % der landwirtschaftlichen Flächen als geschädigt

wobei die Bodendegradation mit einer enormen Geschwindigkeit sich vergrößert, so dass im Jahr 

12 Millionen Hektar ( ca. die Größe der Philippinen ) fortschreitet.

                Die Agraindustrie ist ein sehr wichtiger Verursacher der Bodendegradation.

Zu dem Problem kommt noch die Zuwendung der intensiven Pestizideinsatz auf lange Sicht, welche

große Risiken für die Produktivität enorm wichtig sind. Ferner passen sich Schädlinge und Schadpflanzen, Viren, Pilze, Bakterien bei der Schädlingsbekämpfung schneller an. Dies hat häufig einen noch intensiveren Chemikalieneinsatz zur Folge. Das bedeutet, dass dieser Teufelkreis von zu-

nehmenden Pestizideinsatz und zunehmender Resistenz erhöhte Kosten für Bäuerinnen und Bauern und eine weitere Schädigung der Umwelt verursachen. Wenn wir bestimmte Pflanzenarten in Bezug auf die Produktivität berücksichtigen, stellen wir fest, dass zwischen 1960-2008 Mais in USA im Bundesstaat Kansas oder bei Reis auf der japanischen Nordinsel Hokkaido eine Vielzahl von Studien zeigen eindeutig, dass die Metaanalyse zur Entwicklung von Erträgen in der ganzen Welt ein Drittel der Gebiete, in denen Mais, Reis und Sojabohnen angebaut werden, die Erträge entweder nicht gestiegen, gleich geblieben oder gesunken sind. Die Geschäfsmodelle der Agrarchemieunter-

nehmen und der industriellen Landwirtschaft sind in diesem Bereich die wesentlichen Faktoren.

Weil die Systeme einerseits auf der Spezialisierung, andererseits auf der Gleichförmigkeit der Produktion beruhren, daher die Abhängigkeit von chemischen Subtanzen. Eins müssen wir genau wissen, jede Steigerung der Produktivität auf dieser falschen Grundlage bring früher oder später ihren Preis, vor Ort oder anderswo, direkt oder indirekt, von denjenigen, die die industrielle Landwirtschaft praktizieren, und von allen anderen, die unter ihren Folgen leiden.

Die wichtigste Frage ist, wie hohe landwirtschaftliche Erträge erzielt werden und wer davon profitiert. Die industrielle Landwirtschaft kann weder die Umwelt noch die Lebensgrundlagen der Priduzentinnen/en erhalten und dadurch nicht die Welt ernähren. Die Agrarökologie bildet eine Alternative: diversifizierte landwirtschaftliche Systeme, die hohe Erträge produzieren, ohne die Umwelt zu schädigen, und im Einklang mit denen sozialen Systemen stehen, werden zusammen eingebettet sein.

Ist das ein Wunschdenken ? um diese Frage zu beantworten, müssen wir eine Beziehung zwischen Lobby und Behörden in der BRD und EU stellen. Die Vertreter von Agrar- und Chemiefirmen werden unter hohem finanziellen Einsatz ihre Interessen gegenüber dem Staat durchsetzen.

Wir die Bürgerinnen/Bürger können und müssen vom Staat mehr Schutz verlangen. Wessen Wünsche werden erfüllt ?  Die deutsche Chemieindustrie hat im Jahr 190 Millarden Euro Umsatz und ist damit im Jahre 2015 die größte in Europa. BASF und Bayer gehören zu den fünf weltgrößten Herstellern von Agrarchemikalien. Sie wissen in Brüssel und in Berlin ihre Interessen zu vertreten.

Ihr europäischen Spitzenverband gibt im Jahr 2015 für Lobbytätigkeit ca. 10 Millionen in Brüssel aus. Die Verbandsfunktionäre und -funktionärinnen hatten 37 Treffen mit der EU-Kommisionen und verfügten über 25 Zugangspässe, die einen Aufenthalt im europäischen Parlament ohne Einladung und Voranmeldung ermöglichten. Zum Vergleich: Die nach ihnen aktivste Lobbyorganisationen, die vereinigten Industrie- und Handelskammern, gaben 2015 ca. 7,5 Millionen Euro aus, trafen sich 

33 mal mit hohen Kommissionsbeamten- und Beamtinnen und kamen auf 11 Zugangspässe für das Europäische Parlament. Bei den Verhandlungen um das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP überraschte das Ausmass der Lobbytätigkeit. Die Lobbygegnerorganisationen berichteten über die Analyse der Kontakte mit der EU-Kommission in den TTIP- Vorverhandlungen.Wenn wir die Verhandlungen zusammenfassen würden, bekommen wir ein interessantes Ergebnis: Agrarchemie- und Biotechindustrie mehr Kontakte mit der EU-Handelskommission hatte als die Lobbysten und Lobbyistinnen der Pharma- und Autoindustrie und des Finanzsektors zusammen. 

Ist das in der BRD anders?, Nein hier wirk auch der Einfluss der Industrie in die Büros der Bundesbehörden.Beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)in Berlin ist ein Expertengremium für gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel angesiedelt. Es ist sehr merkwürdig: von 14

Wissenschaftlerinnen-Wissenschaftler arbeiteten  12 auch für die Industrie.

Obwohl dieser Missstand seit 2012 bekannt geworden ist, haben nur 4 das Gremium verlassen.

Sie haben trotz gesetzlich vorgeschriebenen Offenlegung ihrer Industrietätigkeit nicht vollständig angegeben, obwohl die Expertinnen und Experten nicht alle ihre Jobs bei biotechnischen Firmen angaben. Welche Folgen haben diese Interessenkonflikt auf Entscheidungen ?  Bekommen wir solche Verhältnisse wie in der USA ? Uns ist es ja bekannt, dass das Exprtengremium des BfR sehr industriefreundlich entscheidet. Ist es in der BRD anders ? Die meisten Gutachten wiedersprechen die Einschätzung des BfR z. B Pflanzen mit manipulierten Genen ( CRISPR/Cas 9 ) werden einfach zugelassen. Was tut die Politik dagegen ? Also kein Respekt vor der Wissenschaft ! 

Über die Gefahren und Auswirkungen dieser neuen Gentechnikverfahren werden die Menschen nicht informiert, obwohl die Politik dazu verpflichtet ist. Wir wählen doch die Politikerinnen und Politiker, aber sie sind nicht für unsere gerechte Interessen sondern für Lobbysinteressen. Noch dazu behaupten die Lobby, sie wären gar nicht gefährlich. Eine 2016 im Bundes eingebrachte Novelle des Gehntechnikgesetzes entspricht weitgehend dem Wunsch der Industrie, die neuen Technologien unkompliziert zuzulassen. Auch bei der Zulassungsverfahren für den chemischen Pflanzenschutz gelten die deutschen Behörden als industriefreundlich. Sogar werden die Papiere von der Pflanzen-

schutzindustrie selbst in Auftrag gegeben und bezahlt. Die sogenannten " Grauen Studien " werden nicht veröffentlicht und können von unabhängigen Forschern im öfteren nicht überprüft werden. Grund dafür sind die Geheimnisse der Studien. Die Bundesregierung kann vom Fall zu Fall selbst entscheiden,ob sie CRISPR-Pflanzen entweder nach dem "Vorsorgeprinzip"mit Zulassungsverfahren

und Risikobewertung oder nach dem " Innovationsprinzip " ohne weitere Formalitäten freigibt.

Das Innovationsprinzip bewertet die Auswirkungen auf ein gutes Innovationsklima in der BRD, eine Forderung insbesondere des Verbandes der Chemischen Industrie ( VCI ).

Hoch interessant: die Hersteller der Pestizide- also die Antragsteller- dürfen bei der Erteilung der Zulassung eines neuen Pestizids selber entscheiden, in welchem EU-Land die Prüfung stattfinden soll, so fiel wohl auch die Entscheidung auf Deutschland, als es um die wichtigste EU-Wieder-

zulassung der letzten Jahre ging: die von Glyphosat. Wenn die Industrie ein Zulassungsverfahren für die Pestizide in der EU startet, bestimmt sie selbst die Vorauswahl der wissenschaftlichen Studien dafür. Diese Aufgabe übernahm die " Glyphosat Task Force " , ein Zusammenschluss der Glyphosathersteller unter der Federführung des Saatgutkonzerns Monsanto. Die Betreung von GTF läuft wiederum von der Kommunikationsagentur Genius, die wiederum als Gutachter für Bundes-

einrichtungen tätig ist, z. B für das Büro für Technikfolgen-Abschätzungen (TAB) beim Bundestag oder für das Umweltbundesamt. Sie ist aber auch als PR-Agentur für Gen- und Biotechnologie-Industrie tätig. So leitet ein Seniorberater von Genius eine Arbeitsgruppe von BIO Deutschland, dem Lobbyverband der deutschen Gen- und Biotechindustrie. Diese Arbeitsgruppe versammelt die mehr als 40 Pressestellen der beteiligten Unternehmen, um gemeinsam " das Bild der Biotechnologie in der Öffentlichkeit zu verbessern ", wie das auf ihrer Webseite steht. Wie Einfluss-reich die Besuche bei der Europäischen Union bei den Verhandlungen zum Freihandelsabkommen

( TTIP ), nach Teilnahmelisten von Treffen zwischen Januar 2012 und April 2013 zeigen die Zahlen,

die mit viel Aufwand die Lobbyarbeit bei der EU in Zahlen darstellen. Wir SfA-Saarland für Alle-

bedanken uns auch ganz herzlich bei der Organisation " Corporate Europe Observatory " , die unten aufgeführte Zahlen bereit gestellt haben:

AGRAR UND LEBENSMITTEL: 113    SEKTORÜBERGREIFENDE VERBÄNDE: 80

TELEKOMMUNIKATION UND IT: 51   AUTOMOBIL: 29

TECHNIK UND MASCHIENENBAU: 27     CHEMIE: 22    FINANZEN: 22

ZIVILGESELLSCHAFT(nichtregierungsorganisationen, Verbraucherverbände, Gewerkschaften) 21

GESUNDHEIT: 20     PHARMA: 17

Sehr merkwürdig: bei der Glyphosat-Risikobewertung des BfR wurden alle unabhängigen Unter-

suchungen, die von öffentlichen Institutionen und ohne Industriegelder durchgeführt wurden, von der Evaluierung ausgeschlossen und keine einzige wurde als Studie betrachtet. Wie stark werden die Bewertungen von Studien voneinander abweichen können, wurden sehr deutlich, als die Krebs-

agentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Glyphosat als" wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen " einstufte. Die Öffentlichkeit und die Fachwelt hinterfragten die Einschätzung der Risikobewertung in der BRD. Im Gegensatz zum BfR nutzt die WHO öffentlich geförderte Studien, und sie besteht auf dem Zugang zu den Rohdaten der Studien, um die Ergebnisse zu überprüfen.

Der europäische Gerichtshof hat im November 2016 für mehr Tranparenz bei der Zulassung von Glyphosat gesorgt. Er urteilte, gespritzte Agrarchemie sei als Emission zu betrachten. Damit unterliege auch deren Zulassung strengeren Tranzparenzvorschriften als zuvor. Der Zugang zu bisher verschlossenen " Grauen Studien " wird nun auch für unabhängige Stellen möglich.

Im jahre 2016 durchgeführte Umfragen zum Verbraucherschutz zeigen eindeutig: 85 % ,die Politik sollte vollständige, verständliche Produktinformationen zu Lebensmittel sicherstellen. 

56 % wollen, dass die Politik Lebensmittelkonzerne kontrolieren und bestimmen, was man verkaufen darf. Also nochmal zusammenfassend:   

  • Glyphosat ist das in Deutschland und der Welt am häufigsten eingesetzte Pflanzengift; es wird auf 40 Prozent der deutschen Ackerfläche eingesetzt.

  • Es ist laut Krebsforschungsagentur der WHO wahrscheinlich krebserregend beim Menschen und es zerstört die biologische Vielfalt.

  • 70 Prozent der Deutschen sind für ein Verbot von Glyphosat, bei über 70 Prozent lässt es sich im Urin nachweisen.

  • Die EU-Pestizidgesetzgebung und das Zulassungsverfahren von Glyphosat sind auf die Bedürfnisse der Hersteller zugeschnitten. Übrigens: Die Chemieindustrie ist der drittgrößte Industriezweig Deutschlands.

  • Deutsche Behörden lassen die notwendige kritische Distanz zu den Pestizidherstellern vermissen.

  • Glyphosat muss verboten werden!

 

KONZERNE MISSACHTEN IMMER WIEDER DIE MENSCHENRECHTE.

FREIWILLIGE MASSNAHMEN REICHEN NICHT AUS, VERBINDLICHE REGELN SIND ERFORDERLICH.

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

                                               

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SfA - Saarland für Alle
Schumannstr. 44
66111 Saarbrücken
Telefon:
Fax:
E-Mail-Adresse: